bp007 Die Pfeilspitze (Der Pfeil, Teil2)

Einleitung

Willkommen zu Folge 7, Heute reden wir über die Pfeilspitze, Im Laufe unserer Menschheitsgeschichte gab es die unterschiedlichsten Pfeilspitzen, Knochenspitzen, Feuersteinspitzen, Heutzutage Pfeilspitzen aus Metall wie Stahl, Aluminium, Eisen und Messing, Sogar Pfeilspitzen aus Kunststoff soll es geben, wir haben aber nix zu den Kunststoffspitzen gefunden was wir erzählen könnten. Unterschiedlichste Spitzenformen & Spitzenarten.

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Historie der Pfeilspitzen

In der Prähistorie gab es sie nur aus Knochen, Stein oder Holz, Sie waren A- oder Dreieckförmig und wurden an den Pfeilschaft gebunden bzw mit Harzen angeklebt, Im Mittelalter gab es dann Metallspitzen, z.B. Nadelförmig um damit Kettenhemden durchdringen zu können, Dann noch eine seltsame Halbmondförmige Spitze die heutzutage als “Seilschneider” benannt wird, Wir können uns nicht vorstellen das diese Charakteristik stimmt, eher noch der Einsatz zur Vogeljagd oder angelehnt an die fernöstliche Symbolik des Türkischen Halbmonds, Es gab auf jeden Fall viele Zier- und  Dekorations-spitzen, Dann gab es noch Blattförmige Spitzen und solche mit Widerhaken, Spitzen kamen nicht nur an Pfeilen vor sondern natürlich auch an Speeren, Hellebarden, usw…

Moderne Pfeilspitzen

Definition: Pfeilspitze soll am Ziel eine bestimmte Wirkung hervorrufen und im 21. Jahrhundert und im Bogensport geht es nur noch darum den Pfeilschaft zu schützen und sichere Trefferergebnisse zu liefern.

Zu erst ein wenig zu den Jagdspitzen, kann man nicht viel drüber erzählen da die Verwendung in Deutschland nicht erlaubt ist, Ein Ärgernis für jeden Parcourbesitzer da es leider immer noch unbelehrbare Menschen gibt die durch die illegale Verwendung der Jagdspitzen grossen Schaden anrichten und sei dieser auch nur finanzieller Natur.

Wirkungsweise von Pfeil- und Jagdspitzen

Messerscharfe Kanten und sollen im Inneren möglichst viel Schaden verursachen, Folgende 3 Varianten gibt es, Broadhead Variante, gibt es mit 2- und mit 4- Flügeln, Nadelförmige Spitze nennt sich Bodkin, Dann gibt es noch die Blunt, Stumpfe Pfeilspitzen sind um Kleinwild durch Aufprallschock zu töten, Besitz von Jagdspitzen ist erlaubt, das Mitführen wird aber schon problematisch.

Jetzt noch mal im Detail zur Wirkungsweise: Die einfachste ungeflügelte Spitzenform – soll heisen eine rundliche Scheibenspitze oder ein angespitzter Pfeilschaft arbeitet ähnlich einer kleinkalibrigen Pistolenkugel nur mit niedriger Geschwindigkeit, D.h. die Spitze dringt in ein Material ein und verdrängt dieses, Die Wirkung des Pfeils ist also davon abhängig wie gut das Material sich verdrängen lässt (Eindringtiefe und Durchschlagskraft hängen von der Reissfestigkeit des Materials ab), Und das macht klar warum die geflügelten Jagdspitzen hier so einen grossen Vorteil haben da sie kein Material verdrängen – sondern dieses zerschneiden. Und das erklärt wiederum warum Scheiben- und Parcoursbesitzer nicht erfreut sind wenn jemand Jagdspitzen verwendet denn dieser macht damit das Scheiben- und Zielattrappen Material kaputt.

Die Jagdspitze schneidet sich durch das Material einen Kanal der eben nicht mehr zugeht, Das Ethafoam Material aus dem die Scheiben und Zielattrappen bestehen verhält sich nämlich so das es sich beim ziehen des Pfeils wieder schliesst.

Verbreitete Spitzen im Bogensport (Heutzutage)

  • Bullet-Spitze

(Klassische Spitze, Form einer Pistolenkugel)
Schont Material durch seine Form und lässt sich gut wieder ziehen.

  • Feld und 3D Spitze

International spricht man nur von der Field-Point, Die 3D Spitze wird eher nur daneben klassifiziert und es wird mehr danach unterschieden wie die Spitzen anzubringen sind. Soll heissen: zum einkleben, zum aufschrauben oder zum aufkleben aber eben nicht wie bei uns üblich nach der Form, Bei der Recherche zum Thema ist uns aufgefallen das viele Anbieter im Netz den unterschied zwischen Feld und 3D nicht kennen und da sich beide Spitzen ähneln werden diese zumindest was Bilder angeht leicht vertauscht.

  • Feld-Spitze

Ist unserer Ansicht aus der Broadhead Spitze hervorgegangen, Die Feldspitze wird im bewaldeten Gelände benutzt und verhindert das tiefe eintauchen der Pfeile in Holz (Bäume). Von der Form ist sie erstmal nur Spitz und Schmal (um leicht ins Ziel einzudringen) Dann kommt meist gleich vorne an der Spitze noch ein Grat, sodann steigt konkav der Durchmesser der Spitze an und schliesst an mit einem zweiten Grat ab um auf diese Weise möglichst viel Materialverdrängung zu erzeugen. Und die beiden Grate sind dazu da damit die Spitze eben nicht weit ins Material eindringen kann.

  • 3D Spitze

Ähnelt dagegen mehr der Bulletform, soll möglichst verletzungsarm bzw schonend ins Material eintauchen können, Konische Spitzenform, Grate sind keine vorhanden.

  • Dann gibt es noch die Pin-Point Spitze

Spitze beschreibt sich am besten mit einem extrem spitzen Winkel, wie ein Weihnachtsbaum bzw ein sehr spitzer Kegel eben, Die schlanke Spitzengeometrie soll nach das Risiko eines defekten Pfeilschaftes vermindern, Vorderer Spitzenbereich soll sich beim auftreffen der Spitze ähnlich wie bei der Knautschzone eines Autos verformen und damit die Energie bei einem Fehlschuss absorbieren damit der Schaft weniger Schock abbekommt, Funkioniert aber auch nur dann wenn es keine Stahlspitze ist sondern ein Material das sich besser verformen kann wie z.B. Aluminium, Normalerweise sind 3D Spitzen aus Stahl, Pin-Point Spitze muss nach aufprall getauscht werden, Spitze für Turnierschützen, Aufgrund ihrer Form taucht diese Spitze tiefer ins Material ein bzw vielleicht sogar durch das Ziel hindurch aber das ist eine gewünschte Eigenschaft, Ausserdem sind Abpraller vom Ziel durch die Spitzengeometrie sehr viel seltener.

  • Historian-Point (Mittelalter Spitze)

Vorne ähnlich der Bullet-Spitze und dahinter ähnlich einer Zwiebel bzw eines Kirchturms 😉 Unterscheidet sich optisch von den klassischen Spitzen ob diese tatsächlich “Mittelalter” ist wissen wir nicht, soll aber daran angelehnt entwickelt worden sein.

Sonderformen der Pfeilspitzen

  • Bluntspitze (stumpfe Spitze)
  • Judopoint

Ähnlich einer Bluntspitze nur mit zusätzlichen Krallen die das eintauchen ins Gras verhindern soll, Pfeil stellt sich auf, überschlägt sich vielleicht dadurch auch, der Name der Spitze ist damit aus dem Kampfsport Judo abgeleitet, dringen nicht ins Material ein.

Roving bzw. Stumpshooting

Beide Spitzen werden gerne fürs Roving verwendet, anderer Englisher Begriff Stump-shooting, meint nix anderes wie das querfeldein-schiessen bzw auf Baumstümpfe schiessen, Ohne feste Ziele im Wald herumwandern und auf Baumstümpfe, am Boden liegende Äste, Strohballen oder ähnliches schiessen, Ist nicht ungefährlich, aber wenn was passiert ist man dran, man muss dazu unbedingt vorsichtig und umsichtig handeln, Müll wieder mitnehmen, Abpraller bedenken, Nur auf totes Material schiessen.

  • Larp-spitze (Live Action Roleplay)

Sehen aus wie Gummibälle, man kann damit auf Menschen schiessen und es wird auf den Larps auch getan, was man davon denken soll möchten wir Euch nicht vorschreiben, Wir würden es besser nicht machen, Was man bedenken sollte im inneren der Gummibälle steckt ein Pfeilschaft und dieser hat einen scharfen Grat, sprödes bzw altes Material könnte den Pfeilschaft dazu bringen das er durch den Gummiball durchtaucht. Vielleicht wenn man auf Orks schiesst 😉 LOL

  • Heulspitze

Erzeugt Pfeil- oder Heulgeräusch

  • Zierspitzen

Für die eigenen 4-Wände oder als Halskette, früher auch als Grabbeigaben verwendet.

Verarbeitung und Material

Mal grundsätzlich, moderne PFeilspitzen werden bei Holzpfeilen entweder aufgeklebt oder aufgeschraubt, Pfeilreperatur auf dem 3D Parcour, Pfeilbau für Anfänger bzw. Pfeilbau am Schreibtisch, moderne Pfeilspitzen für Carbon und Alupfeile, Einschraubspitzen (Insert) Gewindedurchmesser ist genormt, Break-off Spitzen für Pfeilschäfte ohne Inserts,

Material moderener Spitzen, Stahl, Aus Korrisionsschutz brüniert somit sind die Spitzen dann Schwarz, werden hauptsächlich im Outdoor Bereich eingesetzt, Alu bzw Messing, Ideal für leichte Pfeile bzw geringen Spine aufgrund ihres geringen Gewichts, werden eher für Scheiben eingesetzt.

Das Gewicht der Pfeilspitzen wird nicht in gramm, sondern in grain angegeben, Alte Historische Maßeinheiten haben bis heute überdauert, Die Bogenzugstärke wird in Pfund gemessen. Feinwaage.

Der Pfeil-Schwerpunkt FOC (Front of Center)

Der FOC beschreibt die Pfeilbalance, alle Pfeile sollten den gleichen FOC haben, zum Beispiel misst man den FOC eines guten Pfeils und richtet danach alle anderen Pfeile danach aus, Den Pfeilschwerpunkt verändert man in dem man das Spitzengewicht ändert, Ein passend gewählter FOC wirkt sich positiv auf die Flugeigenschaften des Pfeils aus, Mehr dazu in einer der nächsten Folgen.

Lexikon

Flu Flu Befiederung
Flu Flu Befiederung

Buschige Federn, (sieht aus wie eine Klobürste), Pfeil wird durch die grossen Federn gebremst, Wird beim Schiessen auf Ziele verwendet die sich über dem Bogenschützen befinden, also beim schiessen nach oben, Sicherheitsgründe sprechen für die Verwendung solcher Pfeile, Der Pfeilflug verhält sich anders aufgrund der Bremswirkung der Federn.

Fliegender Anker
Fliegender Anker

Mehrere Sichtweisen um Thema, aus unserer westlichen Ausrichtung (Olympische Bögen) ist es ein Fehlerhafter Stil, beim traditionellen bzw. berittenen Bogenschiessen ist es ein Individueller Stil.

Beim Olymischen Bogenschiessen folgt der Schussablauf einem Vorbild das einen festen Ankerpunkt vorraussetzt, Damit der Ablasswinkel und Auszugslänge immer gleich sind, Der Schütze zieht die Sehne an einen bestimmten Punkt (meist ein Referenzpunkt im Gesicht), hält dann kurz nach und löst dann, Ein fliegender Anker ist es dann wenn man eben diesen Ankerpunkt meidet, oder den Ankerpunkt wechselt bzw. ohne innehalten gleich löst, Macht man im olympischen Bogenschiessen nicht.

Im traditonellen Bogenschiessen wie auch beim berittenen Bogenschiessen ist es genauso das ein fester Referenzpunkt auf nahe bzw. kompakte Ziele von Vorteil ist, Da eben wie erwähnt der Ablasswinkel, die Auszugslänge bzw. die gleiche Kraft für jeden Pfeil gleich ist, Aber es gibt eben im traditonellen Bogenschiessen auch Situationen die eine Abkehr von der festen Regel des einen Ankerpunkts abweichen, Zum Beispiel für ein sehr nahes Ziel müsste man mit der Pfeilspitze unter das halten um es zu treffen, stattdessen könnte man aber auch die Auszugslänge verkürzen und weiterhin mit der Pfeilspitze im Ziel bleiben, Mit viel Training (mind. 2-3 mal die Woche) kann man sich ein Pfeilgedächtnis erarbeiten und den Umstand ausgleichen das man keinen festen Ankerpunkt hat, Hier vertraut der Bogenschütze dann seiner Erfahrung und seinem Gefühl.

Zieltechniken kommen zum Schluss bei Buchstabe Z (Folge 300 ? 😉

Beim berittenen Bogenschiessen gibt es abhängig von der Distanz unterschiedliche Ankerpunkte, Für kurze Entfernungen bietet sich auf hier ein fester Ankerpunkt an (nahe am Kopf), da man tiefer liegende Ziele beschiesst wird meist auch ein kürzerer Bogen verwendet, aber bei Zielen die weiter weg sind, vielleicht so ab 30+ Meter, hier verwendet man grössere Bögen damit der Sehnenwinkel auf einen längeren Auszug nicht zu klein wird und man zieht den Bogen bis zur Brustmitte, Die gedachte Linie von Ellenbogen und Faust wird hier als Zielvorrichtung genutzt.

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Es ist mal wieder sehr spät geworden, Schön das Ihr bis zum Schluss dabei geblieben seid, Wir freuen und auf Eure Kommentare und Ideen, Auf die jeweilige Folge auf unserer Webseite klicken und einfach ohne Anmeldung eure Nachricht hinterlassen, Oder Ihr schreibt uns eine Email, ITUNES 5 ***** Bewertungen erhöhen unsere Reichweite, Wir freuen uns sehr das Ihr Höhrer unseres Podcasts seid, Vielen, vielen Dank dafür… und jetzt ENDE, es ist wirklich SEHR SEHR spät 🙂

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